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Die Idee zu Aufbruch Fahrrad entstand 2016 auf dem Kongress RADKOMM in Köln. Mehr als drei Jahre später ist Aufbruch Fahrrad für den Deutschen Fahrradpreis nominiert. Darüber freuen wir uns riesig!

2016 sahen wir, wie viele lokale Initiativen für Fahrradmobilität es neben den großen Verbände wie ADFC und VCD gibt. Wir wollten mithelfen, dass die Akteure in NRW noch mehr voneinander wissen und sich untereinander stärker vernetzen. Und wir wollten der Politik zeigen, wie viele Menschen sich für eine nachhaltige Mobilität engagieren. Um beides zu erreichen, brachten wir ein gemeinsames Projekt der vielen Akteure auf den Weg: eine Volksinitiative für ganz NRW.

Im Winter 2016 entwickelte das RADKOMM-Team die Marke und das Logo für Aufbruch Fahrrad, den Slogan „25% bis 2025“ und formulierte 9 Forderungen für die Stärkung der Fahrradmobilität in NRW. RADKOMM begann, das Aktionsbündnis Aufbruch Fahrrad zu schmieden, dem die vielen Initiativen beitreten konnten. Zum Jahresbeginn 2017 umfasste das Aktionsbündnis Aufbruch Fahrrad bereits mehr als 60 Vereine. Es war ein Meilenstein für Aufbruch Fahrrad, als sich der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club NRW im April 2017 dem Aktionsbündnis anschloss und zusammen mit RADKOMM die Projektsteuerung übernahm. VCD NRW, BUND NRW, NABU NRW, der Landesjugendring NRW und viele Verbände und lokale Initiativen folgten.

Im Juni 2018 starteten wir – RADKOMM und ADFC NRW – die Unterschriftensammlung für Aufbruch Fahrrad auf dem RADKOMM Kongress. Zum Start waren alle bisherigen Rad-Entscheide aus ganz Deutschland dabei. Schnell schossen in ganz NRW lokale Sammelstellen wie Pilze aus dem Boden und Aufbruch Fahrrad breitete sich auf das ganze Land aus. Die über 1200 Sammler*innen statteten wir mit Werbe-Material und Argumentationshilfen aus. Unser mintgrünes Logo entwickelte sich zur Marke für die Forderung nach besserem Radverkehr in NRW.

Zahlreiche Prominente wie Charlotte Roche, Eckhart von Hirschhausen, die Macher der Sendung mit der Maus, Günter Wallraff und Mikael Colville-Andersen unterstützten uns mit Fotos oder Video-Botschaften. Durch intensive Presse- und Öffentlichkeitarbeit erreichte die Volksinitiative bundesweite Aufmerksamkeit. Die Website verzeichnete 10 Millionen Seitenaufrufe innerhalb eines Jahres.

In 12 Monaten sammelten die Aktivist*innen unglaubliche 206.687 Unterschriften. Im Juni wurden die gesammelten Unterschriften symbolisch im Rahmen der ADFC-Sternfahrt NRW von 6000 Radler*innen an NRW-Umweltministerin Ursula Heinen-Esser übergeben. Im November 2019 nahm der NRW-Verkehrsausschuss einstimmig und zum ersten Mal in seiner Geschichte eine Volksinitiative an und votierte für ein Fahrradgesetz in NRW. Damit hat Aufbruch Fahrrad alle selbst gesteckten Ziele erreicht.

Aufbruch Fahrrad ist für den Deutschen Fahrradpreis 2020  in der Kategorie „Kommunikation“ nominiert.

Die Preisverleihung findet am 27. Februar 2020  ab 17.30 Uhr in der Messe Essen statt.
Stellvertretend für alle, die sich für Aufbruch Fahrrad engagiert haben, werden Dr. Ute Symanski, Vorsitzende von RADKOMM und Vertrauensperson für Aufbruch Fahrrad, und Thomas Semmelmann, Vorsitzender des ADFC NRW und stellvertretende Vertrauensperson, bei der Preisverleihung vor Ort sein.

„Aufbruch Fahrrad zeigt, dass die Menschen im Land bereit sind, sich hinter positive Ziele zu stellen. Und Sie haben es der Politik leicht gemacht, Ihnen zu folgen: weil Sie konstruktiv, pro-aktiv und unideologisch kommunizieren.“ So anerkennend sprach unser NRW-Verkehrsminister Hendrik Wüst über unsere Kommunikation der Volksinitiative Aufbruch Fahrrad im Landesverkehrsausschuss.

Als Volksinitiative ist Aufbruch Fahrrad Teil einer Bewegung, die in Berlin begann und längst ganz Deutschland erfasst hat: In mehr als 30 Radentscheiden wurden bundesweit mehr als 700.000 Unterschriften für den Ausbau des Radverkehrs gesammelt. „Die Radentscheidbewegung in Deutschland ist unaufhaltsam – und sie wird immer größer werden“, so Ute Symanski.

Die beiden anderen Nominierten in der Kategorie Kommunikation sind „Besser zur Schule” und „Freshbrains helfen Einsteigerkommunen in den Sattel”. Auch unseren Mitbewerber*innen drücken wir natürlich von Herzen die Daumen!

Mehr zur Preisverleihung: https://www.der-deutsche-fahrradpreis.de/preistraeger/fachpreis.html