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RADKOMM Blog

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RADKOMM EXTRA am 20.03.21
Das Fahrradgesetz

11.00 Uhr

Das Verkehrsministerium NRW und sein Entwurf für ein Fahrradgesetz

Eröffnungsrede von Dr. Ute Symanski (Vorsitzende RADKOMM e.V.) und Sonja Thiele (RADKOMM) im Gespräch mit Dr. Dirk Günnewig, Leiter der Abteilung Grundsatzangelegenheiten der Mobilität, Digitalisierung und Vernetzung über die Inhalte des Gesetzes, über die Highlights wie Herausforderungen, und darüber, wie der Prozess bis zum fertigen Gesetz nun weitergeht.

11.45 Uhr

Die Einschätzung von Expert*innen

Wir diskutieren mit vier Expert*innen für Verkehrsplanung die Auswirkungen des Gesetzentwurfes. Inwiefern setzt schon der Entwurf die Forderungen von Aufbruch Fahrrad um? Lässt sich der Radverkehrsanteil mit den vorgeschlagenen Regelungen auf 25% bis 2025 steigern? Wir freuen uns auf Diskussionen und Einschätzungen von und mit

  • Martin Tönnes, stv. Regionaldirektor beim Regionalverband Ruhr a.D.
  • Prof. Dr. Christoph Hupfer, Hochschule Karlsruhe
  • Dorothee Heine, Bundesverband Zukunft Fahrrad
  • Reiner Kolberg, Veloplan

Sonja Thiele (RADKOMM) im Vertiefungsgespräch mit Prof. Christoph Hupfer, Hochschule Karlsruhe.

13.00 Uhr

Wird das der AUFBRUCH FAHRRAD?

Anschließend kommen die Partner*innen aus dem Aktionsbündnis Aufbruch Fahrrad zu Wort: Was scheint im Gesetzesentwurf gut gelungen? Welchen Nachbesserungsbedarf sehen wir ggf. schon jetzt, zu Beginn der Verändeanhörung? Auf dem Podium:

  • Matthias Schaarwächter, ADFC NRW
  • Heidi Wenke, VCD NRW
  • Dirk Jansen, BUND NRW
  • Peter Struben, Fuß e.V. NRW
  • Dr. Ute Symanski, RADKOMM

Alle Bilder: @verenafotografiert.de

REFERENT*INNEN RADKOMM.TV EXTRA 2021

Charlotte Grieser
Charlotte Grieser
fährt ihre drei Fahrräder regelmäßig aus und wünscht sich endlich eine sichere Infrastruktur für alle. Sie ist Moderatorin, Wissenschaftsjournalistin, Sprecherin und unterrichtet als Medientrainerin der Landesanstalt für Medien NRW. 2019 wurde sie mit dem Kurt-Magnus-Preis der ARD für besonders begabte Hörfunkjournalist*innen ausgezeichnet.
Charlotte engagiert sich ehrenamtlich bei RADKOMM, dem Naked Bike Ride Köln, Foodsharing, The Good Food und Trink – Genosse eG. Außerdem sitzt sie für KLIMA FREUNDE im Verkehrsausschuss der Stadt Köln.
Dr. Dirk Günnewig
Dr. Dirk Günnewig
leitet im Ministerium für Verkehr NRW die Abteilung für Mobilität, Digitalisierung und Vernetzung. Teil der Abteilung ist die „Stabsstelle Radverkehr“, die engagiert und mit viel Herzblut daran arbeitet, das Fahrrad als eigenständiges Verkehrsmittel und als Teil intermodaler Wegeketten zu stärken. Hier wird das erste Fahrradgesetz in einem deutschen Flächenland erarbeitet – in einem guten und konstruktiven Dialog mit Aufbruch Fahrrad und den verschiedenen Stakeholdern.
(Foto: VM/ Ralph Sondermann)
Dorothee Heine
Dorothee Heine
ist gelerne Journalistin und gründete vor 10 Jahren die Fahrradagentur TWO WHEELS GOOD in Hamburg. Seidem berät sie internationale Unternehmen aus der Fahrradbranche in Sachen Kommunikation, Marketing und Vertrieb.
Seit zwei Jahren ist sie Host eines YouTube Kanals und versucht mit ihren Inhalten noch mehr Menschen für das Fahrradfahren zu begeistern. Seit 2019 ist sie Vorständin des Bundesverbandes Zukunft Fahrrad e.V. mit Sitz in Berlin.
Prof. Dr.-Ing. Christoph Hupfer
Prof. Dr.-Ing. Christoph Hupfer
ist Professor im VerkehrsSystemManagement an der Hochschule Karlsruhe. Seit Oktober 2020 ist er Sprecher des neu gegründeten Baden-Württemberg Institut für Nachhaltige Mobilität. Seine aktuellen Forschungen beziehen sich auf Fußgänger (Partizipation, Verkehrssicherheit und Objektgestaltung) sowie auf nachhaltige Mobilität in Stadt und Land. Er ist beratend in verschiedenen Kommissionen des Landes im Bereich Verkehr und Mobilität aktiv und Mitinitiator und Sprecher für das Studienfeld nachhaltige Mobilität.
Christoph Hupfer ist in der Bürgerbeteiligung und mit unterschiedlichen Partizipationsformaten für Entscheidungstragende sowie in der Mediation zu Mobilitätsthemen sehr aktiv.
Dirk Jansen
Dirk Jansen
ist Geschäftsleiter des Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland in Nordrhein-Westfalen und Gründungsvorstand des KlimaDiskurs.NRW. Seit mehr als 30 Jahren setzt er sich für den Klimaschutz und die Verkehrswende im Lande ein. Als überzeugter Bromptonaut leidet er tagtäglich unter der Auto-Vorrang-Politik und hat deshalb mit voller Überzeugung die Volksinitiative Aufbruch Fahrrad unterstützt.
Reiner Kolberg
Reiner Kolberg
befasste sich schon vor 20 Jahren, zu Beginn von Internet und E-Business, journalistisch mit Umbrüchen. Seit 2007 beschäftigt sich der Kommunikationsexperte auch mit Fahrradthemen, E-Bikes und der Zukunft der Mobilität, unter anderem für mittelständische Unternehmen der Fahrradbranche, Verbände und Vereine wie die AGFS in NRW. Zusammen mit dem Fritsch & Wetzstein Verlag hat er das VELOPLAN Fachmagazin für Radverkehr und Mikromobilität entwickelt, das er seit 2019 als freier Chefredakteur leitet.
Matthias Schaarwächter
Matthias Schaarwächter
ist seit 2019 Referent für Mobilität & Verkehr des ADFC NRW. Er vertritt in verschiedenen Gremien die verkehrspolitischen Positionen des ADFC NRW und vernetzt die Mitglieder der Kreisverbände des mittlerweile 50.000 Mitglieder zählenden ADFC in Nordrhein-Westfalen zu den vielfältigen Themen im Kontext der Fahrradmobilität.
Peter Struben
Peter Struben
ist seit 1989 Mitglied bei FUSS e.V., viele Jahr davon auch im Vorstand. Mitgründer der BI „Fußgängersichere Ampelschaltung in Aachen“, die dem „Rundum-Grün“ mit in die RiLSA verhalf. Sprecher der OG Aachen FUSS e.V. 1989-2006. Autor der Grünpfeil-Studie des FUSS e.V. (2018). Seit Mitte 2019 Sprecher von FUSS-NRW und als solcher am Fahrrad- und Nahmobilitätsgesetz beteiligt. Verfasser mehrerer Artikel in „mobilogisch“, u.a. zum Grünpfeil, Gehwegparken, fußgängersichere und fußgängerfreundliche Ampelschaltungen.
Dr. Ute Symanski
Dr. Ute Symanski
ist davon überzeugt, dass Städte für Menschen gebaut werden müssen, statt für Autos. Und dass nur das Fahrrad wird unsere Städte retten können. Ute ist seit 10 Jahren in der Klimagerechtigkeitsbewegung engagiert und war 2014 und 2015 im Rat und Verkehrsausschuss der Stadt Köln. Ute ist Vorsitzende des RADKOMM e.V. und Mit-Initiatorin und Vertrauensperson der Volksinitiative Aufbruch Fahrrad in NRW. Ute ist Kommunikationswissenschaftlerin, Organisationssoziologin, Vortragsrednerin und Autorin. Als Organisationsberaterin ist ihre Mission, Organisationen im Wissenschaftssystem und in der öffentlichen Verwaltung nachhaltiger zu machen. Ute ist Mitglied in der Jury für den deutschen Nachhaltigkeitspreis – DNP.
Sonja Thiele
Sonja Thiele
ist überzeugt, dass Menschen mehr von der Verkehrspolitik erwarten als einen Parkplatz vor der Haustür. Jeder Veränderung geht ein Kommunikationsprozess voraus. Sie möchte die positiven Auswirkungen des Radverkehrs betonen und Argumentationsfronten aufbrechen.
Martin Tönnes
Martin Tönnes
ist Dipl.-Ing. Raumplanung und hat zuletzt von 2011 bis 2019 als Beigeordneter beim Regionalverband Ruhr in Essen bundesweit spürbare Impulse zum Thema Fahrradmobilität gesetzt. Der Radschnellweg Ruhr geht ganz wesentlich auf sein Wirken zurück und ist bis heute der einzige Radschnellweg in NRW, der sich in der Bauphase befindet. Das von Ihm auf den Weg gebrachte Regionale Radwegenetz für den größten Ballungsraum Deutschlands erhielt im Jahr 2019 den Deutschen Fahrradpreis.
Heidi Wenke
Heidi Wenke
ist seit langem aktiv im VCD und seit 3 Jahren auch Mitglied im erweiterten Vorstand des Landesverbandes VCD NRW mit dem Ressort Fuß- und Radverkehr.
Informiert bleiben!

RADKOMM:
Mehr Rad macht die lebenswerte Stadt

Immer mehr Menschen fahren Rad. Vor allem in der Stadt. Weil es schnell ist, Spaß macht und nicht viel kostet. Weil es gesund hält. Weil es leise und umweltschonend ist. Und gleichzeitig den Stadtsäckel füllt. Wieso urbane Mobilität der Zukunft die Menschen wieder in den Mittelpunkt stellt. Weshalb dafür der Autoverkehr eingedämmt werden muss. Warum wir alle davon profitieren werden. Und was wir alle selbst machen können, um etwas zu verändern. Zu diesen Themen arbeitet RADKOMM.

RADKOMM ist zweierlei: ein Kongress für urbane nachhaltige Mobilität und ein gleichnamiger Verein. RADKOMM e.V. ist politisch unabhängig und überparteilich. Vorläufer der RADKOMM ist das Projekt REWK – RadExpressWegeKöln, ein Konzept zur Einrichtung eines innerstädtischen Radschnellwegs. Das Projekt REWK gewann 2013 einen Kölner Stadtentwicklungspreis.

RADKOMM initiierte 2017 die Kampagne und die Volksinitiative Aufbruch Fahrrad – 25% Radverkehrsanteil bis 2025. Aufbruch Fahrrad ist die bisher erfolgreichste Volksinitiative in NRW. Rund 210.000 Menschen gaben in ganz NRW für Aufbruch Fahrrad ihre Stimme. Der Landtag NRW stimmte Aufbruch Fahrrad im Dezember 2019 in allen Punkten zu und in der Folge entsteht aktuell ein Fahrradgesetz in NRW. Damit wird NRW das erste Flächenland, das ein eigenes Fahrrad- und Nahmobilitätsgesetz bekommt. RADKOMM wurde gemeinsam mit dem ADFC NRW für Aufbruch Fahrrad mit dem Deutschen Fahrradpreis 2020 ausgezeichnet (2. Platz in der Kategorie Kommunikation).

2015 fand der erste RADKOMM-Kongress statt – unter dem Motto „Radfahren macht reich“. 2016 folgten die RADKOMM #2 – „Rad macht Stadt“, die RADKOMM #3 – „Stadt-Rad-Luft“ (2017), die RADKOMM #4 – „Aufbruch Fahrrad“ (2018) und die RADKOMM #5 – „Fahrrad jetzt!“(2019). Die RADKOMM #6 – „Wir sind Bewegung“ (2020) fand live und online statt. Alle RADKOMM-Kongresse sind dokumentiert auf RADKOMM.TV und können dort angeschaut werden. Vertreter*innen von beispielsweise ADFC Köln, AGORA KÖLN, FARADGANG, Kölner Sternfahrt, Kidical Mass Köln, #RingFrei Köln oder VCD Köln gestalten die RADKOMM-Kongresse mit. 2018 und 2019 organisierte RADKOMM e.V. die Kölner Fahrradsternfahrt.

Wir wollen die Mobilitätswende in den Städten
Innerhalb der Stadt soll grundsätzlich so geplant werden, dass der Fußverkehr die erste Priorität hat, dann Radvekehr und öffentlicher Verkehr, also Bus, Straßenbahnen etc. (ÖPNV) Die Planungen für privaten PKW-Verkehr ordnen sich in der Stadt der Zukunft den Bedarfen der nachhaltigen Mobilität unter. Fußverkehr, Radverkehr und ÖPNV werden zu den wichtigsten Verkehrsträgern innerhalb der Stadt. Der motorisierte Individualverkehr (der privaten Autoverkehr) wird innerhalb der Stadt für die allermeisten Menschen damit überflüssig. Das bedeutet #Mobilitätswende. Eine Stadt, die das wirklich will, teilt den Straßenraum komplett neu auf und gibt dem Fußverkehr, dem Radverkehr und dem ÖPNV den meisten Raum. Das Ziel der Verkehrs- und Stadtplanung ist außerdem die Vision Zero – also eine Verkehrsplanung die menschliche Fehler toleriert und mit einplant und so Verkehrstote und Verletzte verhindert. Das Ziel jeder Stadt in diesen Zeiten der Klimaerhitzung muss sein, den Verkehr CO2-neutral zu gestalten. Der angestrebte Modalsplit könnte zum Beispiel sein: 25% Fußverkehr, 25% ÖPNV, 40% Fahrrad, 10% PKW. Wichtige Ideen und Stichworte auf dem Weg dahin sind:

  • autofreie Innenstädte, inklusive der umgebenden Gürtelstraßen (nur noch Lieferverkehr und Anwohner*innenverkehr)
  • Einrichtung von komplett autofreien Superveedeln oder Superkiezen nach dem Vorbild der Supberblocks in Barcelona
  • Autoparkplätze im öffentlichen Raum abschaffen, nur noch Lieferzonen einrichten, alle PKW in Parkhäuser und Garagen unterbringen (Ausnahmen: Parkraum für Menschen mit Beeinträchtigungen), Parken im öffentlichen Raum findet nicht mehr statt, dadurch endlich Barrierefreiheit
  • Tempo 30 als Regelgeschwindigkeit im gesamten Stadtgebiet, auch auf den innerstädtischen Schnellstraßen und Stadtautobahnen
  • in allen Wohnstraßen, die nicht für den Autoverkehr gesperrt sind, Schritt-Tempo für motorisierten Verkehr, Fußgänger*innen und Radfahrer*innen haben grundsätzlich Vorrang
  • konsequente Ausweitung von autofreien Zonen, jedes Veedel/Quartier bekommt ausgedehnte Fußgänger*innenzonen (in Köln-Ehrenfeld werden z.B. die Venloer Straße und die Landmannstraße autofrei)
  • auf allen mehrspurigen Straßen wird eine komplette Spur für den Autoverkehr gesperrt und für Radfahrende, Skaten*innen etc. vorbehalten (für Köln z.B.: Umsetzung des KölnerFahrradGürtels auf dem Gürtel)
  • Umstellung des Lieferverkehrs auf Lastenräder, Lieferzonen für Lastenräder, Gewerbebetriebe konsequent fördern, Einrichtung von Verteiler-Hubs)
  • konsequenter Ausbau von Radschnellwegen ins Umland, um den Pendelverkehr aufs Rad umzusetzen
  • öffentliche und sichtbare Wertschätzung für alle, die nachhaltige Verkehrsträger nutzen
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