RADKOMM: Mehr Rad macht die lebenswerte Stadt

Immer mehr Menschen fahren Rad. Vor allem in der Stadt. Weil es schnell ist, Spaß macht und nicht viel kostet. Weil es gesund hält. Weil es leise und umweltschonend ist. Und gleichzeitig den Stadtsäckel füllt. Doch viele Städte im ganzen Land bauen lieber weiter am großen Autostau, statt Radverkehr und eine nachhaltige Mobilität zu fördern. Dabei fordern immer mehr Menschen eine gerechte Aufteilung der Straßenflächen mit mehr Platz für Rad- und Fußverkehr. Und eine Verkehrspolitik, die sich an Menschen orientiert, statt an den Bedarfen von Autos.

Wieso urbane Mobilität der Zukunft die Menschen wieder in den Mittelpunkt stellt. Weshalb dafür der Autoverkehr eingedämmt werden muss. Warum wir alle davon profitieren werden. Und was wir alle selbst machen können, um etwas zu verändern. Zu diesen Fragen arbeitet RADKOMM.

Die RADKOMM ist ein Projekt von allen und für alle, die sich die Mobilitätswende wünschen. Vertreter*innen von beispielsweise ADFC Köln, AGORA KÖLN, FARADGANG, Kölner Sternfahrt, Kidical Mass Köln, #RingFrei Köln oder VCD Köln gestalten die RADKOMM mit. Erfunden wurde die RADKOMM 2015 von der Kölner Wähler*innengruppe KLIMA FREUNDE. Vorläufer der RADKOMM ist das Projekt REWK – RadExpressWegeKöln, mit dem KLIMA FREUNDE 2013 für die Forderung eines innerstädtischen Radschnellwegs einen Kölner Stadtentwicklungspreis gewannen. Für das Projekt Volksinitiative Aufbruch Fahrrad wurde RADKOMM e.V. gemeinsam mit dem ADFC NRW für den zweiten Platz des Deutschen Fahrradpreises 2020 ausgezeichnet.

2015  fand der erste RADKOMM-Kongress statt – unter dem Motto „Radfahren macht reich“. 2016 folgten die RADKOMM #2 – „Rad macht Stadt“, die RADKOMM #3 – „Stadt-Rad-Luft“ (2017), die RADKOMM #4 – „Aufbruch Fahrrad“ (2018) und die RADKOMM #5 – „Fahrrad jetzt!“(2019).

2016 gründeten wir den gemeinnützigen Verein RADKOMM e.V.  RADKOMM ist also beides: ein Mobilitätskongress und ein gleichnamiger Verein. RADKOMM e.V. ist politisch unabhängig und überparteilich.

RADKOMM: Vorträge, Diskussionen und Workshops rund um eine faszinierende Idee. Die RADKOMM ist ein Forum für alle, die sich für eine neue, nachhaltige Mobilität einsetzen. Auf dem RADKOMM-Kongress entwickeln wir gemeinsam zu jährlich wechselnden Schwerpunktthemen Ideen und Impulse für die Stadtgesellschaft, Politik und Verwaltung.

Die RADKOMM #6 – „Wir sind Bewegung“ findet live und online statt am 20.  Juni 2020 auf RADKOMM.TV

Wir wollen die Mobilitätswende in den Städten Innerhalb der Stadt soll grundsätzlich so geplant werden, dass der Fußverkehr die erste Priorität hat, dann Radvekehr und öffentlicher Verkehr, also Bus, Straßenbahnen etc. (ÖPNV) Die Planungen für privaten PKW-Verkehr ordnen sich in der Stadt der Zukunft den Bedarfen der nachhaltigen Mobilität unter. Fußverkehr, Radverkehr und ÖPNV werden zu den wichtigsten Verkehrsträgern innerhalb der Stadt. Der motorisierte Individualverkehr (der privaten Autoverkehr) wird innerhalb der Stadt für die allermeisten Menschen damit überflüssig. Das bedeutet #Mobilitätswende. Eine Stadt, die das wirklich will, teilt den Straßenraum komplett neu auf und gibt dem Fußverkehr, dem Radverkehr und dem ÖPNV den meisten Raum.  Das Ziel der Verkehrs- und Stadtplanung ist außerdem die Vision Zero  – also eine Verkehrsplanung die menschliche Fehler toleriert und mit einplant und so Verkehrstote und Verletzte verhindert. Das Ziel jeder Stadt in diesen Zeiten der Klimaerhitzung muss sein, den Verkehr CO2-neutral zu gestalten. Der angestrebte Modalsplit könnte zum Beispiel sein: 25% Fußverkehr, 25% ÖPNV, 40% Fahrrad, 10% PKW. Wichtige Ideen und Stichworte auf dem Weg dahin sind: 

  • autofreie Innenstädte, inklusive der umgebenden Gürtelstraßen (nur noch Lieferverkehr und Anwohner*innenverkehr)
  • Einrichtung von komplett autofreien Superveedeln oder Superkiezen nach dem Vorbild der Supberblocks in Barcelona
  • Autoparkplätze im öffentlichen Raum abschaffen, nur noch Lieferzonen einrichten, alle PKW in Parkhäuser und Garagen unterbringen (Ausnahmen: Parkraum für Menschen mit Beeinträchtigungen), Parken im öffentlichen Raum findet nicht mehr statt, dadurch endlich Barrierefreiheit
  • Tempo 30 als Regelgeschwindigkeit im gesamten Stadtgebiet, auch auf den innerstädtischen Schnellstraßen und Stadtautobahnen
  •  in allen Wohnstraßen, die nicht für den Autoverkehr gesperrt sind, Schritt-Tempo für motorisierten Verkehr, Fußgänger*innen und Radfahrer*innen haben grundsätzlich Vorrang
  • konsequente Ausweitung von autofreien Zonen, jedes Veedel/Quartier bekommt ausgedehnte Fußgänger*innenzonen (in Köln-Ehrenfeld werden z.B. die Venloer Straße und die Landmannstraße autofrei)
  • auf allen mehrspurigen Straßen wird eine komplette Spur für den Autoverkehr gesperrt und für Radfahrende, Skaten*innen etc. vorbehalten (für Köln z.B.: Umsetzung des KölnerFahrradGürtels auf dem Gürtel)
  • Umstellung des Lieferverkehrs auf Lastenräder, Lieferzonen für Lastenräder, Gewerbebetriebe konsequent fördern, Einrichtung von Verteiler-Hubs)
  • konsequenter Ausbau von Radschnellwegen ins Umland, um den Pendelverkehr aufs Rad umzusetzen
  • öffentliche und sichtbare Wertschätzung für alle, die nachhaltige Verkehrsträger nutzen